Thich Nhat Hanh und die Kunst des Ruhens

Der berühmte Zen-Meister und Autor Thich Nhat Hanh ist tot. Er starb vor zwei Wochen am Samstag 22. Januar friedlich im Alter von 95 Jahren.

Thich Nhat Hanh

1966 wurde Thich Nhat Hanh im Zuge seiner Friedensbemühungen während des Vietnam-Kriegs aus seiner Heimat verbannt. Anschliessend lebte er lange in Frankreich im Exil. Im Département Dordogne im Südwesten des Landes gründete er 1982 das berühmte «Plum Village», ein buddhistisches Meditationszentrum.

Nach einem Schlaganfall im Jahr 2014 kehrte er Ende 2018 nach Vietnam zurück und verbrachte seine restliche Lebenszeit im Kloster Tu Hieu in der zentralvietnamesischen Stadt Hue, wo er schon mit 16 Jahren zum Mönch ordiniert worden war.

Die Kunst des Ruhens

Thich Nhat Hanhs war der Auffassung, dass man die Kunst des Ruhens bewusst lernen muss.

„ … wir müssen lernen, unserem Körper und unserem Geist Ruhe zu gönnen. Hat man uns körperlich oder geistig verletzt, so müssen wir ruhen, damit die Verletzung heilt.“

Die Fähigkeit der Selbststeuerung

Was er damit meinte ist, dass wer sich selbst nicht steuert, wird gesteuert und ist damit Sklave seiner Affekte. Die Fähigkeit zur Selbststeuerung aber verlangt Einsicht, Entschlossenheit, Beharrlichkeit und Kraft, sich selbst, seinen Geist und Körper aktiv zu lenken.

Unsere Selbststeuerungskräfte sind eine beschränkte Ressource. Sie nehmen im Laufe des Tages ab. Daher kommt es, dass wir abends nach einem anstrengenden Tag Versuchungen nach schädlichen Genüssen auch leichter erliegen als morgens.

Ohne Ruhe wird unser Geist und Körper krank

Auch bei längeren Arbeitsperioden, bei denen man sich etwa in der Woche keinen freien Tag gönnt oder viele Monate ohne Urlaub durcharbeitet, werden die Selbststeuerungskräfte immer geringer, so dass wir am Ende nicht mehr die Kraft haben, das Hamsterrad anzuhalten. Nicht selten blockiert dann der Körper und stoppt gewaltsam maßloses Arbeiten (Burnout, Krankheit). Wer nicht regelmäßig Pausen macht, wenn Körper und Geist es brauchen, schadet nicht nur seiner Gesundheit, sondern ist auch auf Dauer weniger effizient, als wenn er einen ausgewogenen Rhythmus von Aktivität und Ruhe pflegen würde.

Auch die Fähigkeit zur Resilienz und Gelassenheit leiden stark unter unzureichenden Ruhepausen. Am Ende sind wir nicht mehr Herr des Geschehens, sondern Getriebene, ein Schiff ohne Steuermann. Deshalb ist es außerordentlich wichtig, die „Kunst des Ruhens“ zu lernen und konsequent umzusetzen.

Lebensfreude spüren

Zentral ist dabei mit sich im Frieden zu sein und in einer gesunden, heilsamen Umgebung zu leben. Indem man Teil von einfach lebenden und weniger konsumierenden Gemeinschaften ist, lernt man wieder zu lächeln, jeden Schritt zu geniessen und sich am Moment zu erfreuen. Lebensfreude.

(Bild: Pexels-Pixabay)

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