Sich wundern

Annie Dillard schrieb: “Wie wir unsere Tage verbringen bedeutet natürlich gleichzeitig wie wir unser Leben verbringen. Was wir mit dieser und jener Stunde machen, ist das, was wir tun mit unserem Leben.”

Wir alle sind mit Informationen überflutet und haben oft keine Zeit, uns zu wundern, was es genau ist oder woher es kommt. Die Schlüsselwörter hier sind Zeit und wundern.

Für die Dichterin Diane Ackerman ist “Wundern ist das schwerste Element im Periodensystem des Herzens. Schon ein kleines Stück davon kann die Zeit anhalten.”

Das Wundern erfordert eine offene Aufmerksamkeit, eine wohlwollende Neugier auf alles, was das Leben zu bieten hat. Es ist eine Ehrfurcht vor Dingen, die größer sind als unser Wissen, unsere Gedanken oder Erwartungen; dass etwas Ihre Aufmerksamkeit verdient.

Craig Mod schreibt über einen seiner langen Spaziergänge: “Ich war mitten im nirgendwo in Japan, zwischen zwei nirgendwo gelegenen Städten und habe mich gefragt, ob ich verrückt bin, ob es in der Nähe irgendetwas auch nur so kleines Interessantes gibt. Und es gab es immer. Immer gab es etwas oder jemanden, der es wert war, bemerkt zu werden.”

Nimmst du dir mindestens einmal täglich einen Moment Zeit, das Hier und Jetzt zu spüren? Riechst du vielleicht das frisch gebackenes Brot, lauscht du einem Vogelsingen oder einem Straßenmusikspiel, genießt du die Erdbeere, bewunderst du die Landschaft, beobachtest du den Regen, der auf den Gartentisch prasselt, oder den Mond, der sich in einer Pfütze spiegelt, oder fragst du dich manchmal, wie du eine wirbelnde Masse von 7 Milliarden Atomen bist?

homo serendipitous

Fotocredit: Jonatan Pie (https://unsplash.com/)

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