Gewöhnung ist alles, sagt die Gewohnheit

Wenn wir glauben, wir leben, dann täuschen wir uns. Alles nur Routinen. An nichts gewöhnt man sich so schnell wie an Gewohnheiten. Die Gewohnheit ist die zufriedene Schwester der Langeweile und beide sind daher eng verwandt.

Wir möchten hiermit mit der DAYCATCHER Community Auszüge eines Artikels von Paul Jandl (erschienen in den NZZ am 14. April 2021) teilen, als Ermutigung den ganzen Artikel als ePaper zu lesen.

Hier noch ein paar weitere Nuggets aus dem Artikel:

An nichts gewöhnt man sich so schnell wie Routine

“Wenn wir glauben, wir leben, dann täuschen wir uns. Alles nur Routinen. An nichts gewöhnt man sich so schnell wie an Gewohnheiten. Kaum haben wir uns ans Gehen gewöhnt, gehen wir routiniert an Orte, die neue Routinen hervorbringen.”

“Im Guten wie im Schlechten. Dreissig bis vierzig Prozent unseres Alltags bestünden aus Routinen, sagen die Neuropsychologen. Wenn es nicht so wäre, würden wir unter der Last der Entscheidungen zusammenbrechen.”

Die Gewohnheit hilft mit der Komplexität umzugehen

“Die Gewohnheit ist der Strick, mit dem wir uns aus der Komplexität der Welt zu ziehen versuchen.  …  Was immer man über das Leben sagt: Im Grunde ist es nur dazu da, dass wir uns an unsere Existenz gewöhnen. Wir müssen uns daran gewöhnen, dass wir ein Ich sind, und das gelingt leichter, wenn wir uns mit unserem Ich nicht ständig vor den Augen herumfuchteln. Wir gehen unsere Wege, ohne ständig daran denken zu müssen, welche Wege dieses Ich geht. Wir schmieren uns Butter aufs Brot und machen daraus keinen Akt der Selbstverwirklichung. Im Laufe des Lebens werden die Routinen immer mehr, und der Widerstand gegen sie wird schwächer. Wenn wir Pech haben, bewohnen wir auf den letzten Metern nur noch unsere Gewohnheiten.

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Ganzer Text von Ernst Jandl, NZZ 14. April 2021

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