Eine andere Welt

Ein wichtiges Thema unserer Nepalreise ist für mich das Erleben einer sehr anderen Kultur und Lebensweise.

Wir sind in Kathmandu angekommen und ich habe nach zwei Tagen realisiert, dass ich überwältigt war: es waren so viele neue Eindrücke, dass ich diese nicht gut einordnen konnte. Die Stadt wuselt von Fussgängerinnen, Motorradfahrern, Autos – ich musste dauernd aufpassen, nicht überrannt oder überfahren zu werden; ich musste mir meinen Weg bahnen, Händler abwimmeln, unwahrscheinlich viele Boutiquen anschauen, Kulturgüter bewundern, Zerstörung (zum Teil noch vom Erdbeben von 2015) und Zerfall (auch von Armut) mitansehen. Dies alles ist gepaart mit einer fremden Sprache, anderem Essen und Gewohnheiten.

Natürlich habe ich so etwas erwartet – ich hatte ja vorher einiges gelesen und habe auch schon Filme oder Fotos gesehen – aber es zu erleben hat starke Gefühle ausgelöst, die ich immer noch nicht ganz ausdrücken kann.

In Mustang, wo wir unser Trekking gemacht haben, leben nicht so viele Menschen. Trotzdem ist auch hier das Leben vollkommen verschieden zu unserem: es gibt nur zeitweise Strom, die Häuser sind sehr einfach, manche Dörfer ziemlich dreckig (andere selbstverständlich nicht, dann sind sie auch sehr schön, oft mit bunten Bemalungen, was eine fröhlich Note gibt), die Einheimischen eher zurückhaltend. Auffallend ist jedoch, wie freundlich sie sind: wenn man sie grüsst oder anspricht, antworten sie immer mit grosser Wärme; ihr Lächeln breitet sich aufs ganze Gesicht aus und es ist wirklich herzlich. Sie ziehen sich traditionell an, die Religion ist überall präsent, sie haben viele schöne Tempel oder andere religiöse Bauten und sind stolz darauf.

Es gäbe noch vieles, was ich aufzählen könnte. Jedoch stellt sich für mich die Frage: kann ich für mich etwas daraus schliessen, das mich weiterbringt? Sicher geniesse ich unseren Luxus und bin mir noch bewusster, dass nichts selbstverständlich ist. Vielleicht schaffe ich es aber auch, diese Freundlichkeit ein wenig zu übernehmen: sie ist so authentisch und herzerwärmend.

Isa

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